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open data process + design workshop

Open Data Cooking is steaming in Helsinki

Yesterday we started the Open Data Cooking Workshop at Aalto Media Factory in Helsinki. Together with twelve participants we embarked on a journey through local open data, food and data representation with culinary means. In the morning we gave short introductions into the different disciplines like Open Data in Finland by Miska, principles of cooking and Finish cuisine by Antti and data visualisation by Moritz. See more documentation on the Data Cuisine site.

Participants introducing themselves by presenting cooking ingredients that they brought.

First exercise: Pick two topics and four ingredients and find relations. Make up a dish that could represent that subject.

Brainstorming in groups and data hunting.

Tell me what you found.

Getting deeper and deeper into it.

First sketches of dishes.

exhibition process + art symposium workshop

Der Garten als riskanter Raum für ineffiziente Forschung

1861 erbautes Palmenhaus des Botanischen Gartens Schöneberg

prozessagenten planen für April/Mai 2013 das Projekt ‘THE GARDEN LABORATORY. Temporäres Gartenlabor für ineffiziente Forschung’ in Kooperation mit der Berliner Kunst- und Kulturförderung District. District hat ihren Sitz in der ehemaligen Mälzerei in Tempelhof, einem Industriegelände am gefühlten Stadtrand Berlins. Das besondere Interesse Districts gilt künstlerischen Ideen, die sich mit dem urbanen Raum sowie Formen seiner Aneignung beschäftigen und das Soziale neuartig begreifen.

THE GARDEN LABORATORY bietet Künstlerinnen und Künstlern eine lebendige Plattform für aktuelle künstlerische Forschungsprojekte, die den Garten als einen riskanten, provokanten, imaginativen und politischen Raum in den Fokus nehmen. In dem temporären Gartenlabor begegnen sich Künstler/innen, Wissenschaftler/innen und Besucher/innen, tauschen sich aus und von lernen einander. Mit seinem Schwerpunkt auf „ineffizienter“ Forschung, also einer Forschung, die nicht den Anspruch wissenschaftlicher Effizienz oder unmittelbarer Nützlichkeit folgt, ergänzt THE GARDEN LABORATORY den aktuellen Diskurs zu Nachhaltigkeit, Urbanität und Krisenbewältigung um eine eigenständige Position.

 Das Gartenlabor macht künstlerische Forschungs- und Produktionsprozesse transparent sowie Prozesse in der Natur unmittelbar erlebbar und ermöglicht so die Bildung eines differenzierten Verständnisses von Natur. Partizipation und Wissensvermittlung über Seminare, DIY-Workshops und eine Blog sind wichtige Bestandteile des Projektes.

Mit dem Thema Garten hoffen wir nicht nur ein kunstinteressiertes Publikum anziehen zu können, sondern auch ein Publikum, das sonst eher nicht Ausstellung zeitgenössischer Kunst besucht. Der Standort von DISTRICT im Bezirk Tempelhof mit seinen vielen Gartenkolonien und dem Gemeinschaftsgarten auf dem Tempelhofer Feld ist hierfür ideal.

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prozessagenten are planning the project ‘THE GARDEN LABORATORY’ in cooperation with District. The District Arts and Cultural Promotion is located on the grounds of a former malthouse in Berlin Schöneberg/ Tempelhof. The aim of the platform is to promote art and culture, in particular artists and artist collectives that reflect contemporary issues from a critical position. The focus of District’s interest rests on artistic ideas that deal with urban space and forms of its appropriation as well as a new understanding of social issues.

THE GARDEN LABORATORY offers artists a platform for their current artistic research projects that explore the garden as a risky, provoking, imaginative and political space. Artists will meet artists, scientists and visitors at the temporary garden lab and will exchange ideas, knowledge and perspectives. With its focus on ‘inefficient’ research, i.e. research that neither meets the standarts of scientific research nor the requirement of immediate usability, THE GARDEN LABORATORY complements the current discourse on sustainability, urbanity and crisis.

The garden lab elucidates artistic research and production processes and translates natural processes into sensual experiences. It promotes a differentiated understanding of nature and invites visitor participation in DIY workshops, seminars and a blog.

open data process + design workshop

‘Data Cooking’ or ‘How to make a real pie chart and other data dishes’

Have you ever tried to imagine how a fish soup tastes whose recipe is based on publicly available local fishing data? Or what a pizza would be like if it was based on your cities population mix? Do you want to know how public data could relate to cooking? Can you imagine to push the paradigms of data representation to the extreme by applying the principles of your local cuisine?

Then you should consider participating in the ‘Data Dinner Workshop’. It combines the representation of local open data with cooking. The workshop aims at researching ways to represent data on a multi-dimensional sensory level by exploring the inherent qualities of food such as colour, form, texture, smell, taste, nutrition, origin etc. It offers to its participants the opportunity to translate concrete numbers, i.e. local open data, into concrete matter, i.e. a menu, thereby gaining unexpected insights into both media and learning about their principles and relations.

The workshop is designed as a series of collaborative and experimental research experiences, blurring the boundaries between teachers and participants, data and food. At the end of each workshop, an open data menu and cookbook will be created.

The workshop series is organised by us in collaboration with Moritz Stefaner. Moritz is a well-known information visualizer focusing on information aesthetics and interactive visualization. He holds a B.Sc. in Cognitive Science and an M.A. In Interface Design. In each city where the workshop takes place a local chef will be teaching together with Moritz.

If you want to become involved, host a workshop or participate, please contact us.

art in public space competition process + architecture process + art process + design

Ein ‘wanderndes Nest’ auf und an der Isar

prozessagenten nehmen an dem öffentlichen Wettbewerb ‘Aspekte der Gestaltung und des Designs im öffentlichen Raum’, ausgerufen von der Stadt München, teil. Wir schlagen vor, den Raum der Isar, der heute in erster Linie als Erholungsraum und zur Energiegewinnung dient, auf sein Potenzial als Ort des Wissenstransfers, der Inspiration und Veränderung zu untersuchen. Wir haben ein Projekt konzipiert, das konkret die Gestaltung des innerstädtischen Lebensraums Isar thematisiert, mehr noch, das Möglichkeiten der aktiven Teilnahme an der Gestaltung dieses öffentlichen Raumes bietet. Wir stellen nicht die rein visuelle Gestaltung in den Vordergrund, sondern haben ein Szenario für eine tiefgreifende, nachhaltige Gestaltung entwickelt. Hier bietet wir Einblick in unser Konzept:

Flüsse sind kein klassischer Raum für die Ausstellung und Ansiedlung von Kunst und Design, werden aber immer häufiger zur Präsentation von Kunst genutzt. Beispiele hierfür sind ‘Drift’ auf und an der Londoner Themse oder ‘Emscherkunst.2010′.

Flüsse sind kulturhistorisch aufgeladene Orte. In der Vergangenheit waren sie die Lebensadern der Städte, bildeten wichtige Transport- und Handelswege und damit auch Orte des sozialen Lebens, des Kulturtrans­portes und -austausches von einer Region zur nächsten. Flüsse sind damit aus historischer Sicht Informationskanäle, in denen Wissen von einem Ort zum nächsten fließt. Heute sind viele Flüsse, wie auch die Isar, durch menschliche Eingriffe wie das Einbringen von Stauanlagen, Flusslaufbegradigungen oder Kanalbau nicht mehr schiffbar. Diese Wasserwege haben damit ihre einstige Funktion als Teil eines nationale Grenzen überschreitendes kulturellen Netzes, in dem Information frei fließt, verloren. Trotzdem fließt in jedem Fluss natürlicher Weise Information: Das Wasser ist das Medium, der Datenträger sozusagen: Seine stoffliche Zusammensetzung, Fließgeschwindigkeit, Temperatur, sein Volumen und Fischbestand ist abhängig von dem, was sich anderenorts ereignet. Der Fluss ist damit ein von Experten und Laien lesbares, ständig in Veränderung befindliches, also prozessuales Medium.
Hier setzt unser Konzept an: Die Isar, selbst von prozessualer Natur, wird zum Ausgangspunkt für ein künstlerisches Projekt, das im Herbst 2012 an oder bzw. auf der Isar stattfindet und speziell für diesen öffentlichen Raum konzipiert wurde. Für die Untersuchung und prozessuale Gestaltung dieses Raumes haben wir die beiden Designerinnen/Künstlerinnen Myriel Milicevic (Neighbourhood Satellites) und Dana Gordon eingeladen, kollaborativ ein Konzept zu entwickeln.

Das aus dieser Zusammenarbeit hervor gegangene Projekt Migratory Waldrapp Nest (Wanderndes Waldrapp Nest) entwirft die Vision eines innovativen Umgangs mit natürlichen Ressourcen und einer ausgeglicheneren Balance zwischen Mensch, Technik und Natur. Die Isar ist nach der abgeschlossenen Renaturierung im innerstädtischen Bereich der ideale Standort dafür, ist doch die Zurückführung des Flusses in seine natürliche Form ein deutlicher Schritt in Richtung eines neuen Umgangs mit der Natur und bildet das Isarufer weiter als sozialen Raum in der Stadt aus.

Das Projekt schlägt einen Bogen von architektonischer Intervention über Design zu bildender Kunst und untersucht den öffentlichen Raum der innerstädtischen Isar mit interdisziplinären Mitteln.

Milicevic und Gordon haben ein mobiles Observatorium entworfen, das im Herbst 2012 an der Isar die Möglichkeit zur Naturbeobachtung und zum Wissensaustausch und -vermittlung bietet.

Das Konzept der beiden Designerinnen ist von der Geschichte des Waldrapp inspiriert, eines Vogels, der bis vor rund 300 Jahren entlang der Isar zog, dann aber in Zentraleuropa ausstarb. Ein Hinweis auf historische Vorkommen sind alte Flur- und Geländenamen. Noch heute verweisen in den bayerischen Voralpen (und nicht nur dort) solche Namen auf frühere Vorkommen des Waldrapps: Rappenköpfe, Rappenspitze, Rappenklamm, Rappenschrofen, Rappenbach, Rabenkopf und Rappinschlucht, allesamt im Isarwinkel und Loisachtal. Nach seinem Rückzug aus Zentraleuropa wurde der Waldrapp zur mythischen Figur, bis er 1897 in Nordafrika wiederentdeckt wurde. Heute ist diese besondere Ibisart auch in seiner neuen Heimat vom Aussterben bedroht.

Milicevic und Gordon nehmen den Waldrapp als Ausgangspunkt für ihr Projekt, ist er doch ein Symbol der Migration, der Verdrängung aus seinem angestammten Habitat, aber auch ein mythischer Vogel, ein Protagonist fantastischer Geschichten. Daraus entwickelten Milicevic und Gordon die Idee eines wandernden Nestes, das gleichzeitig Skulptur und Architektur, Fantasieraum und funktionales Observatorium ist. Gemeinsam mit den Münchenern begeben wir uns auf die Suche nach dem Waldrapp und holen den Vogel in wahren und fiktiven Geschichten an die Isar zurück.

Dieses ‘wandernde Nest’ wird am Ufer der Isar fest installiert. Es ist täglich von Sonnenaufgang bis zur Abenddämmerung für Besucher geöffnet. Die besondere Bauweise der Architektur (ein kegelförmiges Dach ohne festen Boden, mit außen angebrachten Pontons) macht sie mobil: Sie soll mindestens einmal ihren Standort wechseln und sich, wie ein Floß gesteuert, über die Isar von einem Ort zum nächsten bewegen.

Äußerlich erinnert die Architektur an einen Hügel, auf dem Vögel nisten können: Zahlreiche Nestlöcher in der vegetativen Hülle bieten sich dem Waldrapp (und anderen in Kolonien lebenden Vögeln) als Brutplätze an. Der innere Durchmesser des ‘Nestes’ beträgt 8 m, so dass sich bis zu 20 Leute darin aufhalten können. Abends wird das ‘Nest’ geschlossen, so dass kein Missbrauch möglich ist.

Im ‘Nest’ können Besucher die eigens von Milicevic und Gordon gestalteten lowtech Apparaturen benutzen und – im buchstäblichen Sinne des Wortes – den Blick auf das Leben an und in der Isar lenken: Zum Beispiel das Ibisskop, eine Art Periskop/Teleskop, mit dem man nach dem Waldrapp (und anderen Tieren) Ausschau halten kann. Das Ibisskop kann zwischen dem realen Bild und darüber gelegten Bildern vom Waldrapp wechseln. Mit einem anderen Objekt kann man dem Gesang des Waldrapp lauschen, aber auch Geschichten ‘einfangen’, in denen der Vogel vorkommt. Mögliche Futterplätze des Waldrapp sollen von den Besuchern gefunden und auf Karten eingezeichnet werden. Es gibt sowohl Instruktionen für einen Waldrapp-Willkommestanz als auch Waldrapp-Masken zum Aufsetzen.

Das ‘Nest’ steht lokalen Organisationen wie dem Bund für Naturschutz und Initiativen wie ‘Meine Isar’ zur Benutzung offen und wird durch Partnerschaften mit diesen zu einem lebendigen Ort. Denkbar sind zum Beispiel der Besuch des ‘Nestes’ innerhalb von Führungen, Mini-Workshops und dessen Einbindung in die Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit diesen Partnern werden die wir solche edukativen Programme aufsetzen und an die breite Öffentlichkeit, aber auch gezielt an Schulen, herantragen. Ziel ist es, das ‘Nest’ zu einem temporären, aktiven Ort zu machen, gleichzeitig aber zu gewährleisten, dass die natürliche Umgebung nicht durch diese Aktivitäten gestört wird, was ist durch die Art der Partnerschaften gewährleistet ist.

Das Projekt wird auch von den Designerinnen mit einem ausführlichen Workshopprogramm begleitet: In einem Kreativworkshop werden Jugendliche angeleitet, lowtech Geräte zur Naturbeobachtung und -dokumentation zu entwerfen und zu bauen. In weiteren Workshops mit Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen wird dem sagenumwobenen Vogel nachgegangen. Gemeinsam werden fiktionale Habitate für den Waldrapp entworfen, Konzepte und Folgen der Migration von Tier und Mensch diskutiert. Die Ergebnisse dieser Workshopreihe werden on- und offline festgehalten, insbesondere in Form eines Buches und einer Projektwebsite, welche das Projekt in Teilen auch nach seiner Beendigung erlebbar machen.

Die temporäre Architektur des ‘wandernden Nestes’ wird unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit geplant und gebaut, dh. mit natürlichen und recyclebaren Materialien realisiert. Ziel ist es zudem, das ‘Nest’ nach Abschluss des Projektes in München entweder entlang der Isar wandern zu lassen oder die Struktur einer anderen Nutzung zukommen zu lassen.